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Was sich am Bachelor-System ändern muss

 geschrieben von Thomas am 17. Jun

Bildungsstreik
Bildungsstreik in Münster von Gedankenstuecke auf Flickr

Diese Woche streiken Schülerinnen, Schüler, Studenten für Verbesserungen des Bildungssystems. Die Demonstrierenden wenden sich gegen Studiengebühren, “Turbo-Abi” und vollgestopfte Bachelor-Studienpläne. Sie wenden sich gegen Bildungsprivatisierung, gegen Leistungs- und Konkurrenzdruck, gegen “Gesetze des Marktes” im Bereich der Bildung. Anders als in vorangegangenen Streiks haben es die Organisatoren dieses Mal geschafft, mehr als 150 000 auf die Straße zu bringen. Vor allem die Forderung, die Bachelor-Studienpläne zu überarbeiten ist immens wichtig.

Ich fühle mich priviligiert wenn ich an meine eigene Studienzeit zurückdenke. Als Magister hatte ich alle Zeit der Welt und ich habe sie genutzt. Für ein Auslandsjahr, für Reisen, für viel Arbeiten neben dem Studium und vor allen Dingen mit viel Recherche und Kopfarbeit für die Magisterarbeit. Dafür haben Bachelorstudenten, deren Lehrpläne mit dem Stoff eines Diplomstudiums vollgestopft und verschult wurden, keine Zeit mehr. Was nicht nur schade für den Einzelnen, sondern ein Verlust für die gesamte Gesellschaft ist.

Denn vor allen Dingen hätte ich mir das Studium ohne Nebenjobs wohl gar nicht leisten können. Für mich ist das dann auch die wichtigste Forderung der Streikenden: Die Bachelor-Studienpläne entschlacken und den Studenten Luft geben, sich mit ihrem Studium Zeit lassen und selbst finanzieren zu können. Dazu sind in einigen Bundes-Ländern auch noch Studiengebühren gekommen. Beides, die Gebühren und der straffe Zeitplan hält viele junge Menschen von der Uni fern.

Wer sein Studium durch eigene Arbeit finanzieren kann, ist weder auf die Eltern noch auf staatliches Bafög angewiesen. Das sollte doch das Ziel jeder Bildungspolitik sein: Jedem, unabhängig von Herkunft und familiärem Einkommen die Chance zu geben, durch eigene Anstrengung zu einem guten Bildungsabschluss zu kommen.

Dazu kommt: alle Jobs die ich gemacht habe, von Kneipe, bis Intro Magazin, bis FACE2NET haben mein
Studium um die oft vermisste praktische Komponente ergänzt. Man kann nicht alles beim Studieren lernen. Das Studieren kann nur ein Teil der Ausbildung sein, um es zu komplettieren, braucht man die notwendige Flexibilität.

3Sat-Nano hat einen guten Beitrag zu Stress im Studium und befragt den Hochschulforscher Ulrich Teichler, der den Bologna-Pozess untersucht hat. Auch viele Studenten kommen zu Wort und klagen über die wenige Zeit, die ihnen für vernünftiges Lernen und Arbeiten

2 Kommentare

Dein Kommentar:

  1. [...] Weiterlesen im Trabayo-Blog. « « Previous: Notic Nastic live at Berghain Kantine [...]

  2. [...] alle Studenten und Auszubildenden, die es nötig hätten. Gleichzeitig haben Studenten durch die vollgepackten Bachelor-Studiengänge immer weniger Zeit, neben dem Studieren zu jobben. Umso wichtiger ist es, flexibel und [...]

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